29 Okt. Versicherungsschutz Ukraine: Was Sie in Ihrem eigenen Versicherungsschein zum Kriegsrisiko prüfen sollten
Normaler Versicherungsschutz und Kriegsrisikoversicherung sind zwei verschiedene Sachen. Welche haben Sie tatsächlich?
Ein Unternehmen in der Ukraine kann sein Eigentum und andere Risiken weiterhin wie bisher versichern. Schäden durch den Krieg gehören zu einer eigenen Ebene: der Kriegsrisikoversicherung.
Diese Seite ist eine Checkliste. Was in Ihrer Police steht, kann sie nicht sagen – das zeigen Ihre Versicherungsbedingungen, und Ihr Vermittler hilft Ihnen bei der Einordnung. Die Checkliste zeigt Ihnen, welche Fragen Sie stellen sollten, damit Sie besser vorbereitet sind.
1. Klären Sie, wie Ihr Versicherungsschein mit Krieg umgeht
Suchen Sie in jeder Police die Kriegsklausel. Fragen Sie dann Ihren Vermittler schriftlich: Sind Kriegsschäden gedeckt, ausgeschlossen oder wird der Schutz separat angeboten?
Lesen Sie anschließend den genauen Wortlaut der Police. Versicherungspolicen verwenden unterschiedliche Begriffe: Krieg, Terrorismus, politische Gewalt. Prüfen Sie, welche davon Ihre Policen verwenden und was der jeweilige Begriff im konkreten Wortlaut der Klausel bedeutet.
2. Fragen Sie Sparte für Sparte
Stellen Sie die Frage für jede Sparte Ihrer Police: Sachwerte, Transportgut, Fahrzeuge, Haftpflicht, Krankheitskosten, Unfall und Reise. Die Antwort kann von Sparte zu Sparte tatsächlich unterschiedlich ausfallen.
3. Bereiten Sie zuerst Ihre eigenen Antworten vor
Wer Kriegsrisiken bepreist, prüft Ihr Unternehmen, bevor er ein Angebot abgibt. Rechnen Sie mit Fragen zu:
- Branche. Ein Unternehmen der Verteidigungstechnik und ein Lebensmittellieferant sind nicht dasselbe Risiko.
- Standort. Seien Sie bereit, den genauen Standort Ihrer Tätigkeit anzugeben, nicht nur die Region.
- Nachbarschaft. Wenn das Nachbargrundstück ein potenzielles Ziel ist, steigt Ihr eigenes Risiko erheblich, selbst wenn Ihr Unternehmen keines darstellt.
- Geschäftswert. Ermitteln Sie vorab, was Ihr Eigentum und Ihr Unternehmen wert sind, und halten Sie die Zahlen bereit.
- Logistik. Wie Waren, Mitarbeiter und Lieferanten Ihren Standort erreichen.
4. Rechnen Sie mit einer maßgeschneiderten Lösung
Es gibt kein Standardprodukt für Kriegsrisiken, das man einfach von der Stange kauft. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Die Frontlinie verschiebt sich, und mit ihr kann sich ändern, welche Deckungen verfügbar sind. Jede Anfrage wird individuell für den Kunden strukturiert, oft indem Versicherer aus der Ukraine mit internationalen Märkten kombiniert werden. Ein Ansatz besteht darin, eine internationale Deckung gegen politische Risiken mit einer lokalen Deckung für physische Vermögenswerte zu kombinieren. Fragen Sie Ihren Vermittler, wie die Bausteine zusammenpassen und wo die Schnittstellen liegen. Der Preis richtet sich nach dem jeweiligen Risiko.
5. Fragen Sie nach öffentlichen Programmen
Auch staatliche und multilaterale Institutionen fördern den Schutz vor Kriegsrisiken. Die ukrainische Exportkreditagentur (Export Credit Agency) betreibt ein staatliches Programm, das seit dem 1. Januar 2026 gilt. MIGA, als Teil der Weltbankgruppe, und die US-Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC unterstützen den Schutz vor politischen Risiken und Kriegsrisiken bei Investitionen in der Ukraine. Jedes Programm hat eigene Kriterien bezüglich der Antragsberechtigung, und manche stehen nur in der Ukraine ansässigen Unternehmen offen. Fragen Sie Ihren Vermittler, welche Programme, wenn überhaupt, zu der juristischen Person passen, die versichert werden soll: dem ukrainischen Unternehmen, der ausländischen Muttergesellschaft oder beiden.
6. Prüfen Sie, was sich geändert hat
Stand Oktober 2026 lässt sich feststellen, dass die Angriffe auf die Ukraine im vergangenen Jahr zugenommen haben. Versicherungsschutz für bestimmte Regionen und Branchen ist schwerer zu bekommen, und die Konditionen ändern sich laufend. Was letzten Monat galt, ist heute eventuell nicht mehr gültig. Fragen Sie nach dem aktuellen Stand für Ihren eigenen Standort und halten Sie bei jeder Information, auf die Sie sich stützen, das Datum fest. Das gilt auch für diese Übersicht.
7. Wählen Sie einen Makler, der die Ukraine kennt
Viele herkömmliche Versicherer meiden das Ukraine-Geschäft, bieten dort kaum Lösungen an oder kennen den Markt unzureichend. Ein Vermittler mit aktuellem Marktüberblick und direktem Draht zu Spezialversicherern kann prüfen, welche Optionen für Sie derzeit realisierbar sind.
Wir gehen lieber auf Nummer sicher – und das empfehlen wir auch Ihnen: Bringen Sie Ihre Police zu uns
Nordic Broker ist ein Team von Versicherungsvermittlern in Helsinki mit mehr als 30 Jahren Erfahrung. Wir sind in der Ukraine tätig und unterliegen der Aufsicht der finnischen Finanzaufsichtsbehörde (Finanssivalvonta). Senden Sie uns den Wortlaut Ihrer aktuellen Police und nennen Sie uns Ihre Einsatzorte. Wir prüfen danach die Dokumente gemeinsam mit Ihnen.